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Mein Ziel war, die erkannten Lücken im damaligen Munitionsangebot mit präzisen, jedoch unaufwändigen Standardhülsen-Konstruktionen zu füllen. Das gelang hervorragend mit der 8,5x63 R, die genau die erkannte Lücke zwischen der 7x65 R und der 9,3x74 R ausfüllt, wobei sie das Leistungsspektrum beider abdeckt - aber auch das der .30 R Blaser und der alten 8x75 RS. Mit möglichen Geschoßmassen von ca. 7 bis ca. 19 Gramm ist die 8,5x63 R sicherlich die vielseitigste Jagdpatrone mit Rand


Vgl. 8,5x63 R mit 7x65 R bis 9,3x74 R.doc
   


von links: 7x65 R, .30 R Blaser, 8,5x63 R, 8x75 RS und 9,3x74 R. Mit ihrer Steilschulter-Konfiguration und dem gelungenen Verhältnis "Form, Volumen, Druck und Geschoss-Querschnitt" ist die 8,5x63 R (Mitte) ohne Zweifel die vielseitigste Patrone und überspannt mit Geschossen von 7 bis 19 g den gesamten Leistungsbereich der anderen gezeigten.

Wegen großen Interesses unter Wiederladern wurde rasch die 8,5x63 nachgeschoben. Dass die randlose Version gegenüber der älteren Rand-Version und "Ur" - 8,5x63 R heute weiter verbreitet ist, hängt freilich damit zusammen, dass Wechselläufe für modulare Waffen oder neue Läufe für Repetierbüchsen preiswerter sind als Laufbündel oder gar neue Kipplaufwaffen. Zudem fiel die Ankunft der 8,5-Patronen in eine Zeit, in der sich von Seiten der Jägerschaft eine deutliche Wendung weg von kombinierten bzw. Kipplauf-Waffen hin zu Repetierern abzeichnete. Durch das umfassende 8,5 mm/.338" Premium-Geschoßangebot und die damit erzielbaren Leistungen auch hinsichtlich Rasanz und damit Reichweite entwickelt sich die 8,5x63 zu einer Universal-Patrone, die im In- und Ausland ähnliche Standardpatronen überbieten und "Magnum"-Patronen ersetzen kann.


von links: .270 Win., 7x64 Brenneke, .280 Rem., .30-06, 8x64 Brenneke, 8,5x63, 9,3x62. Wie ihre ältere Schwesterpatrone mit Rand umschließt die 8,5x63 (2.v.re.) einen großen Leistungsbereich und kann alle gezeigten Patronen von .270 Win. bis 9,3x62 kopieren. Alle genannten sind großartige, von Jägern weltweit geführte und geschätzte Patronen - was die Leistung, Wertigkeit und Universalität der 8,5x63 zusätzlich unterstreicht.     

Dabei kam mir "Magnum" Leistung bei der Konstruktion nie in den Sinn, obwohl das Potenzial der 8,5-Patronen an Energie und Rasanz sich als viel höher erweist als es die Standardhülse vermuten lässt. Grund dafür ist die Konfiguration der Hülse besonders die 40° Schulter und das, durch den wenig konischen Verlauf der Hülse im P-Bereich sich ergebende größere Hülsenvolumen bei angepasstem Druck und großem Querschnitt.

Maße 8,5x63

Tab Vgl. 8,5x63.pdf
 

8,5x63 vs. .338 WM
 

Vgl. alle 8,5er.pdf

Gleiches gilt für meine, obzwar CIP-konforme, aber von mir bislang unbeworbene, nur in wenigen Büchsen präsente 6,5x64. Sie kam noch vor der 6,5x65 RWS, deren Leistung sie übertrifft und das bei weniger lästigen Nebenwirkungen wie der Tatsache, dass die 6,5x65 wegen konischen Hülsenverlaufs und ausgeprägter Neigung zur "H-Wulst-Bildung" als ausgesprochen wiederladerunfreundlich angesehen werden kann. Meiner 6,5x64 (die nicht zu verwechseln ist mit der 6,5x64 Brenneke) ist solches fremd. Hätte man damals nur besser auf mich gehört - aber der Prophet im eigenen Land gilt oft nicht so viel  ;-)

6,5x64 Ballistische Tabellen.doc
 

Für Freunde der Traditionsfirma: Heym fertigt eine gediegene Büchsenserie namens "SR30 Premium", ausschließlich in den leistungsgesteigerten Kalibern 6,5x64, .280 A.I., .30-06 A.I. und 8,5x63.  

      

von links 6,5x50 R, 7x50 R, 6,5x64, 8,5x63 und 8,5x63 R. Die beiden 50 mm langen, vor allem für Einsteckläufe konzipierten Randpatronen sind für Fuchs/Rehwild gedacht und können dabei hochwildtauglich verladen werden (E100 >2000 J). Die 6,5x64 (Mitte) lässt sich wegen ihres geschoßfreundlich-langen Halses mit leichten bis schweren Geschossen laden. Die 8,5x63 und 8,5x63 R (rechts) wurden Anfang der 1980er mit 254 mm/1:10" Drall für mittlere und schwere Geschosse konzipiert, schießen aber auch leichtere Projektile. Wegen der allgemein-konstruktiven Verbesserung der Jagdgeschosse und der heutigen Favorisierung leichter (bleifreier) Geschosse sind moderne Waffen teils mit dem längeren 305 mm/1:12" Drall ausgestattet. 

Die 6,5x50 R und 7x50 R entstanden aus dem Wunsch nach geschossschweren, laut dt. BJagdG teils - ladungsabhängig - hochwildtauglichen Randpatronen für Einsteckläufe und Kipplaufbüchsen. Das Konstruktionsziel wurde auch hier erreicht. Freilich kamen die zwei Randpatronen zu einer Zeit, als der steigende Schwarzwildbestand "Kombinationswaffen plus Einsteckläufe" gegenüber hochwildtauglichen Repetierbüchsen als wenig universell erscheinen ließ. Heute haben die leistungsstarken Randpatronen mehr Zulauf, was auch mit dem Angebot an vorbildlich und beständig präzisen Einsteckläufen zusammenhängt.       

Wildcats - „Wildkatzen“ 

Unter dem Begriff Wildkatzen (engl./neudeutsch Wildcat) versteht man Patronen, die nicht von Munitionsherstellern, sondern von privaten Wiederladern entwickelt wurden. Wildcats sind nicht werksgefertigt und damit (noch) nicht marktgängig. Viele werden auf Basis marktgängiger Standardhülsen konstruiert, wenige machen neue Hülsen erforderlich.

Da früher vor allem die Büchsenmacher - teils aus Eigeninitiative aber meist im Auftrag wohlhabender Kunden - mit der Erschaffung solcher Patronen befasst waren, nannte man diese Munitionen „Büchsenmacherpatronen“. Bestes Beispiel dafür ist wohl die 1904 von Büchsenmachermeister Otto Bock entwickelte, leistungsfähige Standardpatrone 9,3x62.

Nach dem Krieg fingen Wiederlader an, es jenen Patronen bauenden Büchsenmachern gleich zu tun und deshalb könnte man deren Wildcats „Wiederladerpatronen“ nennen. Doch ist „Wildcat“ bereits eingedeutscht und wie „Wildkatze“ wohlverstanden, weswegen man es dabei belassen kann.

Manche Wildcats dienen ausschließlich dem Vergnügen ihres Schöpfers und verbleiben als Unikat in seinem persönlichen Besitz. Andere fristen ihr Dasein wenigstens innerhalb eines Freundeskreises.

Mit Aufnahme in die CIP Liste überschreiten wenige Wildcats die hoch gesetzte Schwelle des Wiederladerpatronenstatus' und kommen in das Repertoire gewerblicher Hersteller. Ganz wenigen Wildcats ist es vergönnt, in den „Adelsstand“ einer Werkspatrone erhoben zu werden. Patronenentwicklung und deren Publizierung schlägt sich auch in vielerlei Leser-Korrespondenz nieder.

So schreibt Dr. G. aus Bochum: Sehr geehrter Herr Reb! Auf diesem Wege möchte ich Ihnen ein großes Dankeschön für die von Ihnen geschaffene 8,5x63 (R) aussprechen. Wir beide haben vor mehr als zehn Jahren eine Korrespondenz geführt, die mich bis heute positiv beeinflusst. Ich möchte jedenfalls nicht mehr auf Ihre Wildcat 8,5x63 R verzichten. Auch ihre damalige Empfehlung, eine für die „Reb Patrone“ eingerichtete Blaser Kipplaufbüchse zu erwerben, habe ich nie bereut. Deren beste Schussleistung wird mit dem 17,8 g TMS Geschoss von Speer erreicht. Leider ist dieses Geschoss nicht mehr zu haben weshalb ich Ihnen verbunden wäre, wenn Sie mir eine Alternative empfehlen könnten. Die Begeisterung, die Nachtansitze (kein Mündungsfeuer wie die 9,3x74R) und Drückjagden hinterlassen, lässt den Respekt vor Ihrer Wildcat nicht abreißen. Dieses hat mich auch dazu bewogen, mir bei Büchsenmachermeister Klaus Kästel in Nürnberg einen Mauser 98 in 8,5x63 bauen zu lassen. Ich führe 6,5x65 R, 7x57 R, 30-06, 8x57 IRS und 9,3x74 R, aber wenn ich vor allem zum Nachtansitz gehe, dann nehme ich Ihre Wildcat mit. In meinen Augen ist sie die beste Patrone für Europa und Nordamerika und auch für Afrika - denn Magnums sind überflüssig auf diesem Terrain. Schwarzwild lag immer im Umkreis von zehn Metern, Rehwild konnte immer vollständig, ohne Verlust verwertet werden. Das kann ich von anderen Kalibern, die ich führe, leider nicht immer behaupten. Falls Sie Neuigkeiten haben zum Beispiel neue oder alte Wildcats, oder eine Homepage, dann lassen Sie es mich bitte wissen. Es würde mich freuen, wenn endlich die Industrie weniger Minderwertiges in Form von „da eine andere Laborierung – dort ein neues Geschoss“ auf den Markt bringen und dafür endlich die von vielen erwartete „Europa Patrone“ einführen würde. Es ist eine üble Diskriminierung derer, die hinsichtlich ihrer 8,5x63 (R) als "nicht - Wiederlader" außen vor sind. Nochmals Danke und Waidmannsheil, Jan G."

Darauf schrieb ich: "Sehr geehrter Dr. G., danke für die anerkennenden Worte und es freut mich, dass Sie schon über ein Jahrzehnt zufrieden sind mit meiner 8,5. Dass diese ihren Weg zur international gefertigten Fabrikpatrone machen wird ist sicher. Bis dahin sind 8,5x63 und 8,5x63 R bei gut arbeitenden Gewerblichen Wiederladern aufgehoben und inzwischen gibt es sie in mehreren LFB-Standardladungen (11,8 g Jaguar Cu- und 14,6 g THS-Verbundgeschoss).

Bis zum Durchbruch mancher heutiger Standardpatronen hat es 25 Jahre und länger, ja bis 60 Jahre gedauert. Und die 8,5x63/R ist ja „erst“ seit 1987 in der CIP Liste. Das alte 17,8 g Speer Teilmantel mochte auch ich gerne, nicht nur weil ich damit 1984 aus einer Blaser BBf bei Dynamit Nobel jenen inzwischen berühmten „Ein-Loch-Streukreis" schoss. Ab Mitte der 80er erlegte ich damit, ergänzt durch Nosler Partition und Speer Grand Slam "8,5-Großwild vom Elch bis zum Büffel“. In Patronenlagern mit langem Übergang schoss das 17,8 g Speer besonders gut. Es musste den Kompaktgeschossen weichen und kann leicht durch moderne Kompaktgeschosse kleinerer Masse ersetzt werden. Hersteller- oder konstruktionsbedingte Präferenzen bei der Zielballistik solcher Kompaktgeschosse habe ich nicht, sie schießen alle gut. Steinwild, etliches Drückjagdwild und afrikanisches sowie nordamerikanisches Wild erlegte ich mit 14,6 g Nosler Accubond. Neben 14,6 g Hornady Interbond und dem von Reichenberg für die 8,5 maßgeschneiderten 11,0 g HDB nehme ich das südafrikanische 10,7 g Impala und das Styria Aero gleicher Masse. Seit längerem schieße ich die LFB Werkspatrone mit dem 11,8 g Jaguar. Alle leichten Massivgeschosse erleichtern Schützen mit einer Aversion gegen das Rückstoßverhalten schwerer Geschosse den Zugang zur 8,5. Das sieht man am großen Erfolg unseres 8,5-Jahresschießens, welches 2010 mit LFB-Werksladungen 11,8 g Jaguar bestritten wurde. Die dort erzielten 5 Schuss Streukreise auf die 300 m Gamsscheibe sprechen für sich.

Als Bonus, wenn man das überhaupt wünscht und sich nicht mit "gemütlich-umwerfender“ mittlerer Leistung begnügt, wartet die Patrone mit einer hohen Leistung auf.

Bei konventionellen Projektilen sind Sie mit den Nosler Partition bzw. Accubond bestens bedient und wenn Sie bald den Sprung zu "bleifrei" tun empfehle ich leichte/mittelschwere "nontoxic" Aero, Barnes, Jaguar, Reichenberg oder ähnliche Projektile. Alle meine Waffen schießen "bleifrei" hervorragend.


Eine kleine Auswahl von 8,5 mm/.338" Geschossen: von links 6,8 g Impala (Messing), 10,4 g TTSX Barnes, 10,7 g Styria Arms Aero, 11,0 g Reichenberg HDB, 11,8 g Jaguar (alles Kupfergeschose), 4.v.re. 13,9 g Sierra TMS, 14,6 g Hornady TMS, 14,9 Norma Oryx, 16,2 g Degol TMR. 8,5- Geschosse gibt es bis großwildtauglichen 19,4 g Masse.  

Ihre Frage nach meinen weiteren „Wildcats“: Die aus der stabilen Hülse 5,6x50 R weiter entwickelte geschossschwere rehwild- und teils hochwildtaugliche 6,5x50 R und ihre dickere Schwester 7x50 R werden gerne als Einstecklaufpatronen in kombinierten Waffen oder in leichten Kipplaufbüchschen geführt. Einsteckläufe gibt es von Keller+ Simmann sowie Theo Jung, Lohmar. Ab und zu, wenn mir Testjagden überhaupt Zeit lassen, führe ich meine private, aus der Basishülse .270 Win derivierte und CIP geprüfte 6,5x64, die mit ebenfalls 40° steilen Schulter und (konstruktiv gewollt) langem Hals alle Geschosse von 5 g bis >10 g gut schießt. Ich hatte die 6,5x64 fertig lange bevor die 6,5x65 (R) kam, doch entschied sich RWS dann doch für die (angeblich ausziehsicherere, weil konische) Hülsenverlaufsform mit flacher Schulter. Das Resultat ist bekannt.  

Abschließend wünsche ich Ihnen viel Waidmannsheil, natürlich auch mit der 8,5x63/R oder mit meinen anderen Patronen. Gerne würde ich Sie auf einem meiner Seminare persönlich kennenlernen, oder auch bei unserem inzwischen traditionellen 8,5-Schießen… Ihr Werner Reb